Nahrungsergänzungsmittel im Sport – Was bringen sie wirklich?

Nahrungsergänzungsmittel Sport

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Die Überschrift ist zugegebenermaßen ein wenig reißerisch. Dennoch liest man immer wieder von Nahrungsergänzungsmitteln, die die Leistung von Sportlern stark verbessern sollen. Von einem besseren Muskelaufbau, geringerer Ermüdung oder besserer Fettverbrennung ist dabei oft die Rede. In diesem Beitrag wollen wir diesem Phänomen ein wenig auf den Grund gehen und gucken, ob es auch Nahrungsergänzungsmittel gibt, die für Hobbysportler geeignet sind.

Zum Muskelaufbau

Sehr beliebt zum Aufbau von Muskeln sind Proteinshakes. Diese findet man in fast jedem Fitnessstudio. Die Wirkung von Proteinen beim Muskelaufbau ist bestätigt, allerdings nimmt man meistens schon genügend Proteine mit der normalen Nahrung auf. Proteinshakes machen daher hauptsächlich bei einer Unterversorgung Sinn.

Ein weiteres beliebtes Nahrungsergänzungsmittel zum Muskelaufbau ist HMB (Hydroxymethylbuttersäure). Dieser Wirkstoff stoppt den Muskelabbau und fördert den Muskelaufbau. Wer den Wirkstoff über 3-4 Wochen in einer Dosis von 4-mal 350 bis 750 mg pro Tag zuführt, kann einen positiven Effekt erwarten.

Die Aminosäuren BCAAS sollen den Muskelabbau verhindern, der normalerweise im Körper zur Energiegewinnung einsetzt. So werden mehr Muskeln erhalten. Die Wirkung ist allerdings nicht belegt. Viele Aminosäuren sind übrigens auch in Milch- und Fleischprodukten enthalten.

Geringere Ermüdung / Bessere Ausdauer

Koffein ist nicht nur in Kaffee und Cola enthalten, sondern auch als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar. Der durch Koffein entstehende Wachmacheffekt und die erhöhte Konzentrationsfähigkeit machen diese Getränke so beliebt. Doch auch im Sport kann man auf Koffein zurückgreifen. In Tablettenform soll dadurch die Ausdauer gesteigert werden und zusätzlich auch die Fettverbrennung angeregt werden. Dieser Effekt tritt allerdings nur ein, wenn der Körper auch wirklich Bedarf hat und alle Speicher leer sind.

Bei Taurin sind sich die Experten nicht einig. Der Wirkstoff, der in vielen Energy-Drinks zum Einsatz kommt, zögert angeblich die Ermüdung hinaus. Allerdings rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung von Taurin als Sportsupplement ab.

D-Ribose (kurz Ribose) ist ein Zucker, der überall im Körper sowie in allen pflanzlichen und tierischen Zellen vorkommt. Der natürliche Wirkstoff kann zum Beispiel als Zuckerersatz im Kaffee verwendet werden und soll die Leistungsfähigkeit des Körpers im Alltag und im Sport steigern. Das behauptet zumindest die Webseite drhittich.com.

Glycerin soll den Flüssigkeitshaushalt im Körper verbessern und die Ausdauerleistung steigern. Bei einer Studie wurden Freizeitsportler 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht. Das Ergebnis: Sie hielten signifikant länger bei Ausdauertests durch.

Bessere Fettverbrennung

Das Präparat L-Carnitin soll die Fettverbrennung steigern und außerdem ein längeres Training im Ausdauerbereich zulassen. Carnitin selbst ist auch ein natürlicher Stoff, der im Körper für den Transport von Fettsäuren zuständig ist. Der Wirkstoff kann auch über die Nahrung (Rind- du Lammfleisch) aufgenommen werden. Bei einer Unterversorgung ist dieses Präparat durchaus sinnvoll.

Maltodextrin ist ein Kohlenhydratgemisch, das die Ausdauerleistung verbessern soll. Dieses Präparat besteht aus Maisstärke, die im Körper vollständig zu Glukose abgebaut wird. Daher ist dieses Präparat gut verträglich für die meisten Menschen.

Fazit zu Nahrungsergänzungsmitteln im Sport

Mit Nahrungsergänzungsmitteln sollte man stets verantwortungsbewusst umgehen. Ein Effekt kann keinesfalls garantiert werden und manchmal ist auch mit Nebenwirkungen zu rechnen. Am sinnvollsten ist es auf natürliche Inhaltsstoffe zu setzen und bei einer Unterversorgung auf das entsprechende Präparat zurückzugreifen. Und wer seine sportlichen Erfolge nachhaltig steigern möchte, der sollte sowieso lieber auf das richtige Ausdauertraining oder Muskelaufbautraining setzen.

 

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